Eltern-Baby-Therapie
Trotz der multitraumatisierten Vorgeschichte dieser Eltern und Kinder bedeutet es nicht, dass die klassische Psychotherapie der richtige Ort für diese Menschen ist. Wir vertreten hier die Ansicht, dass wir einen zweiseitigen Ansatz der präventiven Psychotherapie für diese Menschen benötigen. Die Eltern-Baby-Therapie umfasst einerseits den behutsamen Aufbau von Vertrauen und Sicherheit beim Baby. In langsamen Schritten lernen die Babys im Kontakt mit den Eltern Nähe und Berührung zuzulassen und ihre Vermeidungsstrategien aufzugeben. Zeitgleich werden mit den Eltern gezielte Handlungsstrategien entwickelt, wie sie die akuten Schrei- und Stressreaktionen ihrer Babys sicher begleiten können.
Nach erfolgreicher Bindungsstärkung bietet die Eltern-Baby-Therapie dann andererseits auch einen Raum, um die schmerz- und angstbesetzten Bindungserfahrungen der Eltern und Säuglinge gezielt zu verarbeiten und zu lösen. Deshalb werden die Eltern-Baby-Sitzungen in aller Regel nie getrennt durchgeführt. Die Babys begleiten die Mütter und Väter in ihrem Prozess des Loslassens und Verarbeitens ebenso, wie die Eltern ihren Babys Halt und Sicherheit geben, wenn belastende Lebenserfahrungen rekapituliert werden. Die therapeutischen Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre legen nahe, dass bei der auf das Trauma bezogenen Eltern-Baby-Therapie, je nach Schweregrad der Störungen, von einem Behandlungsumfang von 6 - 20 Sitzungen ausgegangen werden kann.
