Krisenintervention
Die Krisenberatungen, die wir in den Ambulanzen durchführen umfassen in der Regel zwischen einer und zehn Sitzungen. Die größte Gruppe von Eltern besucht die Schreiambulanz zwischen 2 - 6 Sitzungen. Die Dauer der Sitzungen beträgt ca. 60 - 90 Minuten. In den Schreiambulanzen arbeiten wir generell nur mit Säuglingen und Kleinkindern, bei denen keine organischen Erkrankungen vorliegen. In Zweifelsfällen wird eng mit Kinderärzten oder Kliniken kooperiert. Ähnliches gilt bei dem Verdacht von schweren psychischen Erkrankungen der Eltern, wie postpartalen Depressionen oder Psychosen der Mütter. Auch hier gilt das Prinzip: „Sicherheit zuerst“. Erst wenn die Gefahr einer mütterlichen Selbstmordgefährdung oder eine Gefahr für das Kindeswohl ausgeschlossen wurde, beginnt die eigentliche Krisenarbeit in der Schreiambulanz.
Im Rahmen der Krisenintervention können wir noch auf vorhandene Ressourcen bei Eltern und Kind zurückgreifen. Obwohl diese Regulationsstörungen in der frühen Säuglingszeit eine erschütternde Dramatik aufweisen können, und eine ernste Herausforderung an das Können der Eltern und Helfer darstellt, so ist bei gezielten Interventionen eine schnelle Erleichterung und Auflösung der Situation erreichbar. Bei Schreibaby-Problematiken ist der Fortgang in hohem Maße davon abhängig, wie ausgeprägt die belastenden Vorerfahrungen der Eltern sind, ob unverarbeitete Traumareaktionen durch das Schreien des Babys aktiviert wurden und wie tragfähig das Netzwerk der sozialen Ressourcen im Familiensystem ist. Ist die Resonanz- und Empathiefähigkeit der Eltern gut entwickelt, kann schon mit 2 - 6 Sitzungen eine enorme Verbesserung der Problemstellungen erreicht werden. Die Dauer der Intervention ist somit abhängig von dem Ausmaß der primären Bindungsfähigkeit der Eltern, dem Ausmaß der Regulationsstörung des Kindes und dem unabhängig davon vorhandenen Temperament des Kindes.
